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OV-Abend-Nachlese: D-STAR war Thema im Ulmer OV-Abend (upgedatet)

ULM-LEHR –
Die P14-Mitglieder Hermann, DF2SR und Thomas, DG8SF stellten im Oktober beim OV-Abend des OV Ulm (P14) die digitale Betriebsart D-Star vor.

Günter, DK8MG, schreibt dazu:
DF2SR erklärte zunächst die Grundlagen von D-Star und DG8SF stellte die D-Star Betriebstechnik mit zugehörigen Geräten vor.

D-Star (Digital Smart Technologies for Amateur Radio) ist ein digitaler Übertragungsstandard, mit dem Sprache und Daten über schmalbandige (6,25 kHz) Funkverbindungen übertragen werden können. Entwickelt wurde dieser Standard von dem Japanischen Amateurfunkverband (JARL) in den Jahren 1999 bis 2001. Aufgrund einer Anfrage der JARL übernahm die Firma ICOM dieses Protokoll und entwickelte Relaisfunkstellen, Endgeräte sowie Software auf kommerzieller Basis.
Die digitale Funkübertragung basiert auf der GSMK-Frequenzumtastung. Hierbei bedeutet das Gaussian Minimum Shift Keying ein FSK-Verfahren (Frequency Shift Keying) mit vorgeschaltetem Gauß-Filter. Durch dieses Filter werden die steilen Flanken von digitalen Signalen abgeflacht.

Diese digitale Modulation macht es möglich, Sprache und Datenströme parallel zu übertragen. Man kann z.B. den Computer mit dem Funkgerät verbinden und Texte übertragen während man sich zeitgleich mit einem OM unterhält (vorausgesetzt die Bandbreite genügt).

Um für die Sprachübertragung eine Datenrate von 2400 bit/s zu erreichen, entschieden sich die Entwickler von ICOM für einen Codec-Chip von DVSI, den AMBE 2020. Dieser Codec encodiert und decodiert Sprache in beide Richtungen. Alle kommerziellen D-STAR fähigen Funkgeräte und diverse Selbstbauprojekte nutzen diesen Chip. Abhilfe verspricht hierbei ein Open Source Codec mit dem Namen  Codec 2 von David Rowe, VK5DGR (1200..3600 bit/s Sprachcodec). Dieser Codec ist nicht D-Star kompatibel, aber ein Ansatz für eine amateurmäßige Lösung.

Die Bedienung eines D-Star Gerätes erfordert etwas Know-How und bedeutet die Auseinandersetzung mit einigen Parametern, die vor der erfolgreichen Aufnahme des Funkbetriebs eingestellt werden müssen. Nachstehende Aufstellung zeigt die wichtigsten Einstellparameter:

Einstellungsparameter am D-Star-Gerät

Funktion in D-Star

Your Call

CQCQCQ (allgemeiner Anruf) oder

das Rufzeichen der Gegenstation oder
ein Repeater oder Reflektor oder
ein Steuerbefehl

Repeater1

Einstiegs Repeater mit der Modulnr. an der 8. Stelle (C = 2m, B = 70cm)

Repeater2

i.d.R. der Einstiegsrepeater mit einem G an der 8.ten Stelle für Gateway ins Internet

My Call

Eigenes Rufzeichen

Vor weiteren Erläuterungen müssen die Begriffe Repeater und X-Repeat erklärt werden.
Ein D-Star Repeater ist der funktechnische Einstiegspunkt für eine D-Star Aussendung. Solch ein Repeater besteht in der Regel aus einem bis vier Funkmodulen (2m, 70cm, 23cm und 23cm Daten) und einem Gateway PC, denen zur Unterscheidung die Buchstaben C (2m), B (70cm), A (23cm Sprache (DV) und Daten(DD)) und G (Gateway) zugeordnet werden. Bei ICOM Repeatern gibt es noch den Repeatercontroller, den die Nutzer jedoch nicht bemerken und deshalb hier nur zur Vollständigkeit erwähnt wird. Zwischen zwei Repeatern oder Funk-Einstiegspunkten ist zum Beispiel Crossbandbetrieb möglich. Ein Benutzer spricht hierbei über einen 70cm Einstiegsrepeater der mit einem anderen Repeater verbunden ist, der z.Bsp. auf 2m aussendet.

Mittels X-Reflectoren könne mehrere Repeater verbunden werden. Diese werden heute jedoch durch Digital Call Server (DCS) ersetzt. Dies ermöglicht für die Benutzer eine Vielzahl von Funktionen. Fern-Routing, Gruppenrufe, Konferenzen und vieles mehr sind möglich.


Weiterführende Benutzereinstellungen zu D-Star findet man auf nachstehenden Links:

http://www.amateurfunk-wiki.de/index.php/D-STAR_Benutzung
http://www.amateurfunk-wiki.de/index.php/D-STAR_Benutzung_Teil_2

Wer am internationalen Fern-Routing in die USA teilnehmen möchte, muß sich hierzu registieren. Nur wenn D-Star ein Rufzeichen bekannt ist, kann ein Fernruf direkt einen Adressaten erreichen. Hierzu erfolgt eine D-Star Registrierung im USTrust-Netz (http://dstar.prgm.org).

Am Ende des Vortrags zeigten DF2DR und DG8SF eine Live-Fernverbindung in die USA. Außerdem wurde ein Überblick über kommerziell verfügbare Geräte gegeben und es wurden einige D-Star Selbstbauprojekte vorgestellt.

D-Star ist Experimental-Funk und entwickelt sich ständig weiter!

Liste von nützlichen Links zum Thema D-Star:

http://de.wikipedia.org/wiki/D-STAR – allgemeine Infos zu D-Star
http://www.amateurfunk-wiki.de/index.php/D-Star – Amateurfunk Wiki
http://www.dstarusers.org – Amerikanische D-Star User Seite
http://www.ircddb.net – ircddb-Gateway Seite
http://xreflector.net – DCS-Reflectoren im Überblick
http://dstar.prgm.org – D-Star Registrierung im USTrust-Netz
http://www.trg-radio.de/d-star – D-Star Seite der Taunus Relais Gruppe
http://www.dstar.org.au – australische D-Star Seite
http://shop.dvrptr.de – DV-Repeater (DVRPTR) Projekt
http://www.UP4DAR.de – Universal Platform for Digital Amateur Radio
http://www.on8jl.be – D-Star Hotspot/Gateway Selbstbauprojekt
http://db0ulm.wordpress.com – Infos Rund um D-Star und DB0ULM
http://www.d-rats.com – Programm zu Datenanwendungen in D-Star

D-Star Vortrag von DG8SF und DF2DR zum Download
Präsentation_D-Star_P14_V2_.pdf

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